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„Die Nachtigall“ – Beeindruckende Premiere auf der Reiman Bühne

Am Wochenende hatten wir nach (nur) 6-wöchiger Vorbereitungszeit die Premiere des Theaterstücks "Die Nachtigall". Resümee: Höchst erfreulich die Gesamtleistung des Ensembles, das schließlich mit anhaltendem Applause reichlich belohnt wurde. Die Nachtigall hat sich in die Herzen gesungen...

Das Werk - von Belinda Reiman bereits 2011 für die Bühne konzipiert (UA Reiman Bühne 2011) - ist eine Anlehnung an H. C. Andersens Märchen Die chinesische Nachtigall, darüber hinaus jedoch als Komödie mit Tiefgang mit einer Fülle an Satire angelegt. Freilich geht es in dem Stück nicht nur um die Abhandlung einer Geschichte (Der machterfüllte Kaiser von China ersetzt die vorerst lieb gewonnene natürliche Nachtigall durch eine angeblich bessere mechanische Nachbildung), sondern vor allem um einen um sich greifenden Besorgnis erregenden Zeitgeist (Siehe auch Künstlichkeit versus Kreatürlichkeit) und um den Zugang zu Gottes Schöpfung, zum Leben, zum Tod...

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Der Nachtigall fällt hierbei die Rolle eines göttlichen Botschafters zu und vermittelt durch ihren lieblichen Gesang, dass nur "Gottesverstand ein Herz bewegen kann", also imstande ist, eine lebendige Seele zu schaffen. Insofern ist der Mensch Teil einer Schöpfungsordnung, in der er auch ganz konkret seine Verantwortung gegenüber dem Leben zu tragen hat. Die nahezu religiös-kultisch vorangetriebene Technisierung der Gesellschaft durchkreuzt allerdings zusehends den verantwortungsbewussten Umgang gegenüber allem Lebendigen. Schädigende Auswirkungen auf Mensch und Natur sind anhand zahlreicher Beispiele eindeutig feststellbar (z.B. Bienensterben...) und führen regelmäßig zu hitzigen Debatten. Hinzu kommt, dass unser persönliches Lebensumfeld kontinuierlich an (Hoch)Technologie angebunden wird. So wird der Mensch schrittweise gezwungen, einem vorgefertigten Algorithmus zu folgen. Diesen Prozess zu Ende gedacht bedeutet schließlich auch, dass das Individuum alsbald vollständig einer technologischen Struktur unterworfen sein wird (vollständige Vernetzung des Lebensraums, Kaufabwicklung/Handel, Austauschprozesse aller Art...). Es liegt auf der Hand, dass hierdurch auch ein Instrumentarium der Machtausübung (bzw. des Machtmissbrauchs) entworfen wurde; eigentlich ideal für ein totalitäres System.
Das Stück handelt nun in solch einem Reich. Der "Nachtigall" wird die "Technogall" gegenübergestellt. Der Kaiser zwingt die Nachtigall vor lauter Entzückung in einen "Goldenen Käfig", verliert jedoch alsbald sein Herz an die Technogall... Die nächsten Spieltermine: Sa 16.12./So 17.12. jeweils 17 Uhr Vorstellungstermine & Tickets

Die Nachtigall
Theaterstück: Belinda Reiman n. H. C. Andersen
Musik: Reinhard Reiman
Gesamtproduktion: Reiman Akademie

Besetzung

Kaiser von China: Lorika Sahini
Nachtigall: Franziska Hammer
Technogall: Elli Milton
Wan Tan Hofmarschall: Liselotte Hochgatterer
Tofu Arzt: Agnes Amfelser
Tod/Dame Zjen: Victoria Lengauer
SOS Gen-da/Dame Ling: Blanca Marques Rodrigues
Chop Suey/Stolz: Milana Groza
Gan Ben/Gier: Paula Hainberger-Viktoria
Dong Ding/Hartherzigkeit: Vanessa Ecker
Dame Liu: Sina Stamenkovski

Hofdamen: Katarina Landl, Beatriz Humer, Sofia Mayrhofer
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Künstlichkeit versus Kreatürlichkeit

Künstlichkeit versus Kreatürlichkeit ist zweifelsohne ein Thema von großer Tragweite in unserer Zeit - eine Zeit, in der Technologie geradezu religiös-kultisch umschwärmt, mit enormen Einsatz gefördert und vielversprechend vermarktet wird. Der Mensch, Verursacher zahlreicher essenzieller Probleme, sucht offenbar sein Heil in technisierten Lösungsmodellen, gerät jedoch immer mehr in den Strudel der Folgewirkungen. Somit wird auch sein Lebensumfeld augenscheinlich zu einem Abbild seiner eigenen fehlbaren Denk- und Handlungsweisen. Schlussendlich verliert er sich hoffnungslos in einem utopischen Traum, nämlich selbst Leben oder zumindest eine Art Lebendigkeit oder Beseeltheit künstlich schaffen zu können. Fatalerweise hängt er sein Herz an eine Künstlichkeit, wo in Wahrheit gar kein Herz ist. Wo also sind uns Grenzen und die Grenzen des Machbaren gesetzt?   

 

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